Fallmeisterei

Bild/ Historische Karte: Bayerische Vermessungsverwaltung
Historische Karte: Bayerische Vermessungsverwaltung

Einen halben Kilometer südöstlich des Röttenbacher Ortskernes befand sich oberhalb der heutigen Fallmeisterstraße, unweit der Abzweigung Erlenstraße/ Eichenring, ein Steinbruch. Nach dessen Stilllegung wurde in ihm eine Fallmeisterei (alter Begriff für Abdecker, Notschlachter, Freibank, Vorläufer heutiger Tierkörperverwertungsanstalten) betrieben. Die Tierhäute wurden dann in Gerbereien zu Lederwaren verarbeitet. Fallmeistereien waren wie Gerbereien wegen des unangenehmen Geruchs möglichst weitab vom Ortskern angesiedelt. Der letzte Fallmeister war bis Mitte des 20. Jahrhunderts Konrad Götz, der Erlas Kunner. Erli war der Hausname der Familie Götz. Die kranken Tiere holten er und seine Söhne mit dem Pferdewagen von den umliegenden Bauernhöfen, sogar auch von Höfen im Seebachgrund.

Außerhalb des historischen Ortkernes an der Hauptstraße zwischen Schloss (Brauerei) und Kirche gab es bis Anfang des 19. Jahrhunderts neben der Fallmeisterei nur noch das Forsthaus, das Kellerhaus der Brauerei (heute Sauers-Keller) und die Weihermühle (Mühlbergstraße).

 

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Foto: Gemeindearchiv / Blick von der Brauerei Sauer hinauf zur Fallmeisterei, Mitte, oben