Röttenbacher Störche - 2020

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, 

unser Storchenbeauftragter Hartmut Strunz hat uns folgende fachkundige Beobachtungen und Abhandlung zu unseren „Röttenbacher Störchen" ausgearbeitet. Ich möchte mich an dieser Stelle persönlich bei Hartmut Strunz für seine Arbeit bedanken. Seine ehrenamtliche Arbeit erstreckt sich dabei nicht nur auf die Betreuung der Störche, sondern er ist auch als Redakteur für den Inhalt unserer Storcheninternetseite, wie auch der Beantwortung der zahlreichen Fragen, die uns rund um das Thema „Röttenbacher Störche" erreichen verantwortlich. Uns erreichen tatsächlich Fragen, Dankesschreiben oder aber auch Beobachtungshinweise aus der ganzen Welt. Unsere Storchencam – die wir dankenswerter Weise auf dem Dach der Brauerei Sauer anbringen durften, entwickelt sich zu einem echten Publikumsmagnet – nicht nur in Röttenbach, sondern weit über unsere Ortsgrenzen hinaus.

Im letzten Jahr hatten wir rund 700 000 Besucher mit einer durchschnittlichen Besuchszeit von knapp 3 Minuten.

Sie sehen, unsere Störche sind echte Sympathieträger für unsere Gemeinde geworden!

Herzliche Grüße
Ihr Ludwig Wahl
Erster Bürgermeister

Auch 2020 Bruterfolg wieder bei unseren Röttenbacher Störchen

Am Dienstag, den 30. Juni ist heuer der erste Jungstorch ausgeflogen und Samstag, den 4. Juli sind erstmals alle drei auf einem kurzen gemeinsamen Ausflug unterwegs gewesen, um sich selbst Futter zu suchen. Aus diesem Anlass soll über die zurückliegende Brutperiode Bilanz und auch ein rückblickender Vergleich zu den Vorjahren gezogen werden.

Heuer fand die Ablage von fünf Eiern vom 23.3. – 01.04 statt. Ab dem 29.03. konnte man beobachten, dass mit der permanenten Bebrütung begonnen wurde. Vom 28.04. bis zum 03.05. konnte das Schlüpfen von zuletzt 5 Küken verfolgt werden. Die Brutzeit betrug somit 30-35 Tage, was den bekannten Literaturangeben (33-34 Tage) entspricht. Zwei der fünf Jungvögel überlebten die Nestlingszeit aus natürlichen Gründen (Eisheilige, Schafskälte) nicht. Das Flüggewerden der 3 Jungvögel zwischen dem 30.6. und dem 04.07. ergibt eine Nestlingszeit von 63-69 Tagen, die damit wiederum länger ausfiel, als von den bisherigen Angaben in der Literatur (55-60 Tage) zu erwarten war.

Die genauen Daten konnten dank der auf die Internetseite der Gemeinde übertragenen Kamerabilder vom Horst auf dem Dach der Brauerei Sauer dokumentiert werden. Der von den Kreisverbänden der Naturschutzverbände BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) und Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) sowie der Gemeinde Röttenbach bestellte Beauftragte für die Röttenbacher Weißstörche Hartmut Strunz erstellt seit 2013 als Nachfolger des leider viel zu früh verstorbenen Jörg Straßburger die Dokumentationen und steht auch als Ansprechpartner für Anfragen zur Verfügung.

Neben der seit diesem Jahr erfolgten Beantwortung der häufigen Fragen auf der Internetseite der Gemeinde waren allein in dieser Brutsaison schon über 360 individuelle Anfragen über ein Formular an die Gemeinde per Email zu beantworten.
Daneben erreichten uns zahlreiche Mitteilungen des Dankes und des Lobes über die moderne Kamera, die unter den Kennern als die beste Storchenkamera gilt. Die Reaktionen kamen in diesem Jahr aus ganz Deutschland, den Nachbarländern ja sogar aus Norwegen und den USA.

Unser diesjähriges junges Brutpaar brütete erstmals schon im Vorjahr 2019 erfolgreich in Röttenbach, als zwischen dem 9. und 13. Juli ebenfalls 3 Junge ausflogen. Dank Beringung konnte festgestellt werden, dass die beiden Altvögel schon mindestens zweimal in der Region überwinterten. Es wird auch heuer damit gerechnet, dass sie nicht nach Süden ziehen werden. In den Jahren 2015 bis 2018 kam es ja leider nicht zum Bruterfolg. Aus den Eiern des damaligen Brutpaares sind keine Küken geschlüpft, sodass man davon ausgehen konnte, dass das Männchen unfruchtbar war. Davor, im Jahr 2014, flogen die Jungen am 12.07., 2013 – dem Jahr mit vielen Verlusten in der Region - in einer langen Regenperiode, erst am 01.08. aus.

In den letzten 30 Jahren haben sich die Weißstorch-Bestände in Bayern, mit inzwischen über 600 Horsten, mehr als verzehnfacht. Wir müssen uns also nicht mehr um die Population sorgen. Es ist somit nicht mehr angemessen, sich allzu sehr in das Brutgeschehen einzumischen, was auch naturschutzrechtlich bei dieser streng geschützten Wildtierart fragwürdig ist. Ein „Herrichten" des Nestes vor der Brutsaison hat sich auch als nicht erforderlich herausgestellt. Der Brutinstinkt veranlasst die Altstörche nämlich dazu, viel Nist- und Polstermaterial einzutragen, so dass die im Winter oft total vernässten Nester auch bei Starkregen kein Problem darstellen. Nur einmal wurden wir spontan zu einem Hilfseinsatz veranlasst, als sich Ende Mai zwei Jungstörche in Plastiknetzen verstrickten. Hier finanzierte die Gemeinde einen spontanen Hubsteigereinsatz, der ausnahmsweise zu rechtfertigen war, obwohl es sich bei unseren Störchen um Wildtiere und nicht um Haus- oder Nutztiere handelt.

Die Situation der Röttenbacher Weißstörche ist nicht mit denen in den Orten im Regnitz- und Aischgrund vergleichbar. Hier gibt es keine ausgedehnten Feuchtwiesen mit reichlicher Nahrung, das Brutpaar findet hier seine Nahrung vor allem an den umfangreichen Dämmen der über 200 Weiher im Gemeindegebiet. Wir müssen deshalb in keinen Wettbewerb etwa mit Baiersdorf, Höchstadt oder Uehlfeld eintreten und womöglich Nisthilfen anbringen, weil sich dort inzwischen bereits teilweise bis zu 30 Horste in den Orten etabliert haben Die heftigen Abwehrkämpfe gegenüber Fremdstörchen, die zweitweise fast täglich stattfinden, zeigen, dass der Instinkt der Störche immer noch intakt ist, dass der Lebensraum hier bei uns gerade mal für ein Storchenpaar angemessen scheint. Die gute Zusammenarbeit von Gemeinde, Naturschutzverbänden und der Brauerei Sauer, die die Störche samt Kamera auf ihrem Gebäude großzügig toleriert, macht ganz offensichtlich vor allem den vielen Internetnutzern der Kamera sehr viel Freude. Es ist damit zu rechnen, dass die Jungstörche noch bis zu drei Wochen nach ihrem ersten Ausflug von den Altvögeln betreut werden und so lange noch zum Übernachten an das Nest kommen, bevor sie sich dem Wegzug der Jungstörche im Spätsommer anschließen. Nachdem die Altvögel voraussichtlich hier überwintern, wird es sich lohnen, immer wieder mal die Kamera im Internet einzuschalten: https://www.roettenbach-erh.de/gemeinde/informationen/roettenbach-cams/storchencam.php

Als Symboltier für Röttenbach, sollten wir uns weiterhin über unser Weißstorchenpaar freuen!

Ihr Hartmut Strunz

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