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Störche ohne Nachwuchs

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Dank der permanent über die Internetseite der Gemeinde Röttenbach  möglichen Einblicke in das Storchennest

auf dem Kamin der Brauerei Sauer besteht großes Interesse am dortigen Geschehen.

Viele Beobachter auch weit über Röttenbach hinaus verfolgten auch in diesem Jahr wieder die Brutsaison.

Das wissen wir aus zahlreichen teils sehr besorgten Anfragen per Email an die Gemeinde, die von Hartmut Strunz,

dem Storchenbeauftragten der Naturschutzverbände BN und LBV beantwortet werden.

Bei dem Brutpaar, das im Vorjahr (2015) erstmals in Röttenbach brütete, kam es vermutlich wegen Unfruchtbarkeit des Männchens

damals nach Ablage von vier Eiern zu keinem Bruterfolg. In diesem Jahr war deshalb ebenfalls nicht zu erwarten,

dass aus den zwischen 23. und 29. April  gelegten drei Eiern Junge schlüpfen werden. Ende Mai bestand  nach Ablauf der 34 Tage Brutdauer darüber Gewissheit.

Wie im Vorjahr wurde das Gelege dann bis Anfang Juli hoffnungslos „überbrütet“, bis das Paar dann wie im Vorjahr aufgab.

Die Altstörche kommen seitdem weiterhin fast täglich zeitweise an Nest zurück, oft übernachten dort beide gemeinsam.

Es können deshalb nach wie vor nette Beobachtungen des Paares beobachtet werden, das sich immer wieder klappernd dort begrüßt.

Während der Brut kam es öfters zu Versuchen von Fremdstörchen, das Paar zu vertreiben. Bei Annäherung hat das Männchen stets den Horst verteidigt

und die Angriffe abgewährt sodass die Bebrütung nicht gestört wurde. Das  Männchen ist gut erkennbar, da es  links oberhalb des Kniegelenks

mit einem gut ablesbaren schwarzen Ring markiert ist. Deshalb ist sein bisheriger Lebenslauf dank Ablesung der Ringnummer durch verschiedene Beobachter

und deren Meldungen an die für Süddeutschland für Beringungen zuständige Vogelwarte Radolfzell gut dokumentiert.

Es wurde 2003 als Jungvogel in Ottersheim (Rheinhessen-Pfalz)  beringt. Seither kam es zu Meldungen aus Winterquartieren in Südfrankreich (2005 – 2007)

und von Brutplätzen in Erlangen-Bruck (2005) Leutershausen (2007), und 2008-2014 aus Hessdorf-Dannberg wo es offenbar mit dem

jetzigen Weibchen bereits mindestens zu zwei vergeblichen Bruten kam.

Im Oktober 2014 besetzte das Paar dann erstmals das Nest in Röttenbach. In diesem Jahr wurde vorher durch ein anderes Brutpaar 

trotz schwieriger Witterungsverhältnisse drei Jungstörche groß gezogen.  Das damalige Männchen war als Nestling 2010 in Höchstadt/A. rechts oben beringt

und deshalb fiel der Wechsel bei den Altvögeln bei genauer Betrachtung sofort auf. Das Weibchen trägt rechts unten ebenfalls einen Ring,

der allerdings nicht ablesbar ist. Vermutlich handelt es sich um ein vorübergehend im Tiergarten Nürnberg gehaltenes Tier, das in Franken  wie auch das Männchen

seit ein paar Jahren überwintert hat. Bekanntlich bleiben immer öfters die Störche im Brutgebiet oder fliegen statt nach Afrika nur noch in den Südwesten Europas.

Dadurch entgehen sie den vielfältigen Gefahren auf den Zugstraßen und im Überwinterungsgebiet in der afrikanischen Sahel-Zone.

Sie  haben dann allerdings in strengen Wintern oft Nahrungsprobleme in Mitteleuropa. Es ist also weiterhin zu erwarten,

dass am Röttenbacher Storchennest das ganze Jahr über direkte Bebachtungen oder auf dem Bildschirm via Internet möglich sind.